2.a) Schwangerschaftsanzeichen

 

  • Schwangerschaftsanzeichen

Bereits in der Frühschwangerschaft ändert sich viel im mütterlichen Organismus - Auslöser sind vor allem Hormone, die von der Leibesfrucht an das Blut der Mutter abgegeben werden. Teilweise werden die ersten Anzeichen für eine Schwangerschaft schon vor dem Ausbleiben der Periodenblutung bemerkt - besonders wenn die Frau sehr vertraut ist mit ihrem Körper. Diese Anzeichen sind von Frau zu Frau und auch von Schwangerschaft zu Schwangerschaft sehr vielfältig und können in ganz unterschiedlicher Ausprägung auftreten:

- morgendliche Übelkeit (wird oft mit fortschreitender Schwangerschaft besser)

- plötzlich gesteigerte Sensibilität in Bezug auf Gerüche und Geschmäcker

- mehr Speichelfluss, veränderter Appetit

- Kreislaufstörungen, Schwindel durch niedrigen Blutdruck.

- stärkerer Harndrang

- Schwierigkeiten beim Stuhlgang

- Veränderungen des Hautbildes (auffällig zum positiven oder negativen)

- größeres Volumen der Brüste, oft in Verbindung mit Spannungsgefühlen

- "Wangenröte": bessere Durchblutung besonders der Gesichtshaut

- erhöhte Körperkerntemperatur länger als 14 Tage

- Müdigkeit

- psychische Veränderungen: Reizbarkeit, stärkere Emotionalität

Oft ist aber tatsächlich erst das Ausbleiben der Periode für die Frau das entscheidende Indiz, woraufhin sie einen Schwangerschaftstest macht bzw. den Arzt aufsucht. Meist findet der erste Besuch beim Gynäkologen zwischen der 5. und 7. Schwangerschaftswoche (SSW) statt. Der erste Tag der letzten Regelblutung sollte dabei bekannt sein, um das rechnerische Schwangerschaftsalter korrekt bestimmen zu können. Mit diesem ersten Tag der letzten Regelblutung beginnt also auch die rechnerische Zählung der SWWs. Als Tag der Befruchtung wird der 14. Tag angenommen, vorausgesetzt es lag ein regelmäßiger 28-Tage-Zyklus vor. Das Ausbleiben der Regelblutung (28. Zyklustag) markiert somit bereits die 5.SSW. (Die ersten beiden Wochen bis zum 14. Zyklustag werden quasi mitgerechnet, obwohl in dieser Zeit genaugenommen noch keine Befruchtung stattgefunden hatte.)

Feststellung der Schwangerschaft beim Arzt (ca. 5. SSW):

- aufgelockerter, blaßblauer Muttermund

- leicht vergrößerte, aufgelockerte Gebärmutter

- Ultraschall: meist erkennbare Fruchthöhle (kleine Blase mit Flüssigkeit)

 

Der Embryo ist meistens erst 1-2 Wochen später erkennbar, dann kann man aber sogar schon das winzige Herz schlagen sehen.

Mittwoch, den 29. April 2009 00:03 , in 2. - Was ist wichtig - Schwangerschaftsanzeichen


2.a) Ernährung

  • Ernährung 

Merke:

- Energiebedarf erhöht sich während der ersten 3 Monate kaum

- ab 4. Monat 15-20 % höherer Kalorienbedarf

- statt großer Portionen, lieber 5 kleine Mahlzeiten/Tag --> Vermeidung von Heißhungerattacken, bessere Verdauung

- mind. 1 Mahlzeit sollte warm sein

- ausreichend Ballaststoffe: z.B. Müsli, Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, etc. --> Dazu ausreichend trinken (2-3 l/Tag), damit Ballaststoffe aufquellen können – sonst Verstopfung

- hochwertige Nahrungsmittel, frisch, naturbelassen, heimische Obst-/Gemüsesorten der Saison

- hochwertige Kohlehydrate: Vollkornprodukte, Getreideflocken (z. B. Haferflocken), Kartoffeln, Naturreis, Vollkornnudeln, Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte, etc.

- Brot am besten vom Bäcker, der frisch gemahlenes Vollkorn verwendet

- Vollkornprodukte enthalten besonders viele B-Vitamine: wichtig für Wachstum, Nervensystem, Blutbildung und Energiegewinnung

- Essentielle Fettsäuren: hochwertige kalt gepresste Öle (z. B. Olivenöl), Pflanzenmargarine.

- Eiweiß: Fleisch, Geflügel, Fisch, Milch-/Milchprodukte, Eier, Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Soja, etc.

- Produkte mit Milchsäurebakterien: Natur-Joghurt, milchsauer vergorene Produkte (z. B. Gemüse-/Rote-Bete-Säfte) --> bessere Darmflora, Stärkung des Immunsystems

- geschickte Kombinationen, um Wertigkeit von Eiweiß zu erhöhen (besonders wichtig für Vegetarierinnen):
- Kartoffeln + Milchprodukte (z. B. Pellkartoffeln + Kräuterquark)
- Kartoffeln + Ei (z. B. Pellkartoffeln + Spiegelei)
- Getreide + Milch (z. B. Müsli, Milchreis)
- Hülsenfrüchte + Getreide (z. B. Linsensuppe + Vollkornbrot)
- Getreide + Milchprodukte (z. B. Vollkornbrot + Quark + Käse)


Tabu!!!

- Alkohol + Zigaretten --> Schädigung des Ungeborenen

- Rohes, nicht durchgegartes Fleisch: zB. Roastbeef, Tatar, Rohwurst (die weder gekocht noch geräuchert ist), z.B. Salami, Tatar, Mettwurst, etc. --> Toxoplasmose-Gefahr

- Roher Fisch: z.B. Sushi, etc.

- unpasteurisierte Rohmilch, Rohmilchkäse --> können Listeriose-Erreger enthalten

- rohe Eier --> Salmonellen-Gefahr

- Außerdem: Vorsicht bei Medikamenten, auch bei Vitamin-/Mineralstoffpräparaten, medizinischen Tees, etc --> immer erst nach Rücksprache mit Arzt !!!

Nur in Maßen:

- nicht mehr als 2 Tassen Kaffee/Schwarztee pro Tag --> Koffein kann Aufnahme von Nährstoffen hemmen --> auch Cola-Konsum einschränken!

- Kardamom, Zimt, Nelken vermeiden --> können wehenfördernd wirken

- Getränke mit Chinin nur in sehr geringen Mengen: z.B. Tonic Water, Bitter Lemon (1l chininhaltige Getränke/Tag und das Neugeborene wird Entzugserscheinungen nach Geburt haben!)

- nicht zuviel Vitamin A, z.B. in Innereien wie Leber – Überdosierung könnte Ungeborenen eventuell schaden

- Leber und andere Innereien generell meiden: hohe Giftbelastung --> in ersten 3 Monaten ganz meiden, danach nur sehr selten

- scharf Gebratenes, Gegrilltes in Maßen


Vitamine & Mineralstoffe:

- erhöhter Bedarf an allen wichtigen Nährstoffen

- besonders wichtig: Eisen, Vitamin C, Folsäure, Zink, Calcium, Jod

Eisen & Vitamin C:
- Bedarf an Eisen 100 % erhöht --> Sauerstoffversorgung der Zellen, Bildung von Hämoglobin
--> Eisenmangel: Blässe, Müdigkeit, Anämie

- bessere Aufnahme von Eisen: gleichzeitige Einnahme von Vitamin C

--> Stärkung des Immunsystems

--> Obst, Zitrusfrüchte, Beeren, Kartoffeln, grünes Gemüse, Paprika.


Folsäure:
- Bedarf 160 % erhöht --> Zellteilung, Zellneubildung, Aufbau von Nukleinsäuren (Träger der Erbinformationen), Reifung von roten Blutkörperchen im Knochenmark.

--> Vermeidung von z. B. Spaltwirbeln beim Kind

Zink:
- zahlreiche Stoffwechselvorgänge, wichtiger Bestandteil vieler Enzyme & Hormone

- unzureichende Zink-Zufuhr --> Produktion von Fortpflanzungs- und Wachstumshormonen kann eingeschränkt sein

Calcium & Vitamin D:
- Aufbau des Skeletts und der Zähne

- Umwandlung aus der Nahrung (z.B. Hartkäse, Milch, Sauermilch, Getreide, Mineralwasser) mithilfe von Vitamin D

--> Vorstufe von Vitamin D wird in der Haut durch Sonnenlicht gebildet

--> regelmäßige Spaziergänge !

Jod:
- Verwendung von Meersalz oder jodiertem Speisesalz beim Kochen

- 2x pro Woche frischer Seefisch

- täglich 1/2 l Milch.

 

Übersicht:

Vitamin A
Karotten, Aprikosen, Mangos, gelbes + orangenes Obst, Kartoffeln, Kürbis, Paprika, grünes Gemüse (z.B. Spinat, Broccoli), Milchprodukte wie Margarine, Käse, Butter

Vitamin B1
Haferflocken, Vollkornteigwaren ohne Ei, getrocknete Sojabohnen, grüne Erbsen (tiefgefroren + gegart), frische Sonnenblumenkerne, entfettetes entbittertes Sojamehl, mageres Schweinefleisch, Trockenhefe, Fisch, Erdnuss, Milch

Vitamin B2
süße Mandel (frisch), gegarte Champignons, Hartkäse (Dreiviertelfettstufe), Camembert, gegarte Schweineleber, Niere, Milch, grünes Blattgemüse, Eier, Fisch, Bohnen

Vitamin B6
Weizenvollkornmehl, geschältes Hirsekorn, Naturreis, parboiled Reis, frische Banane, frischer Rosenkohl, gegarte Sardine, frischer Lachs, gegarte Schweineleber, Bierhefe, Weizenkleie, Eier, Zuckermelone, Walnüsse

Vitamin B12
Leber, Fleisch, Eier, Milchprodukte, Sauerkraut, Fisch

Vitamin C
Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeeren, Erdbeeren, Kiwis, Brokkoli, Kartoffeln, Apfel, grünes Blattgemüse, Petersilie, Paprika, Tomaten, Kohlarten

Vitamin D
Lebertran, Sardinen, Hering, Lachs, Milchprodukte, Eigelb

Vitamin E
Pflanzenöle + Samen, Weizenkeime, Sojabohnen, Vollkornprodukte, Hafer, Eier, Mandeln, Butter, Erdnüsse, grünes Blattgemüse

Folsäure
Avocados, Eigelb, Weizenvollkorn, Karotten, Aprikosen, Melonen, grünes Gemüse wie Kichererbsen, Broccoli, Spinat + grüne Bohnen, Pilze, Hefe, Rosenkohl, Weizenkeimöl

Calcium
Milch, Käse, Joghurt, Tofu, Nüsse, Blattsalate, Wurzelgemüse, Broccoli, Lachs

Jod
Fisch + Meeresfrüchte, Ananas, Rosinen, Seetang, Algen, Milchprodukte, Jodsalz

Zink
Vollkornprodukte, Nüsse + Samen, Linsen, Bohnen, Kürbiskerne, Fleisch, Pilze, Austern, Eier, Hefe, Melonen, Grüner Tee

Eisen
Fleisch + Schalentiere, Bohnen, Nüsse, Hülsenfrüchte, Spinat, Broccoli, Lauch, Kichererbsen, Kohl, Spargel, Pflaumen + Feigen, Kürbiskerne, Eigelb, Avocados + getrocknete Aprikosen

Magnesium
Vollkornbrot, Haferflocken, geschältes Hirsekorn, frischer Blattspinat, frischer Kohlrabi, frischer Portulak, frische Sonnenblumenkerne, reife Hülsenfrüchte, Feigen, Mandeln, Bananen

Niacin
Fisch, mageres Fleisch, Bierhefe, Leber, Milch, Weizenkeime, weißes Geflügelfleisch, Datteln, Feigen

Mittwoch, den 29. April 2009 00:14 , in 2. - Was ist wichtig - Ernährung i. d. Schwangers.


2.a) Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen - Allgemein

Um eventuelle Risiken für Mutter und Kind frühzeitig erkennen und gegebenenfalls behandeln zu können, sollten alle empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen unbedingt eingehalten werden - auch wenn es auf den ersten Blick keine Anzeichen irgendwelcher Probleme gibt.

Einerseits gibt es die Routineuntersuchungen, auf welche jede Frau gemäß der Mutterschutzrichtlinien ein Recht hat. Diese werden, wie z.B. auch drei vorgesehene Ultraschallscreenings, von der Krankenkasse übernommen, wenn sie durch besagte Richtlinien abgedeckt sind. Darunter fallen sowohl einmalig, als auch mehrmals durchgeführte Untersuchungen. Andererseits gibt es spezielle Untersuchungen, auch bekannt unter der Sammelbezeichnung „Pränataldiagnostik".
Diese werden Eltern im Rahmen der Vorsorge zwar angeboten, sie zählen jedoch nicht zum Standard innerhalb der Mutterschutzrichtlinien und müssen daher privat bezahlt werden. Die Pränataldiagnostik dient ebenfalls dazu, eventuelle Defekte beim Baby zu entdecken und möglichen Komplikationen vorzubeugen.

Routineuntersuchungen

Die Vorsorge beginnt mit dem Termin der Schwangerschaftsfeststellung und geht bis zur tatsächlichen Geburt. Bei einer komplikationslosen Schwangerschaft sind somit 12 Vorsorgetermine insgesamt vorgesehen. Die ausführlichste Untersuchung ist auch meist die erste zwischen der 6. - 12. SSW. Danach folgt je ein Termin pro Monat bis zur 28. SSW. Bis zur 36. SSW werden die Vorsorgeuntersuchungen alle 14 Tage durchgeführt. Im letzten Monat dann, bis zum errechneten Geburtstermin (ET), folgen wöchentliche Termine. Ganz zum Schluss können Untersuchungen alle 2 Tage nötig werden.

Das sind die wichtigsten Inhalte der Untersuchungen:

Körpergröße/Beckendiagnostik:

beim ersten Termin

Besonderheiten z.B. für die Entbindung?

Gewicht:

Kontrolle bei jeder Vorsorgeuntersuchung

auffällige Zu- oder auch Abnahme?

Brüste:

in der Regel nur beim ersten Termin

Knoten? ; Auffälligkeiten?

 

Beine und Hände:

Kontrolle bei jeder Vorsorgeuntersuchung

Wassereinlagerungen? ; Krampfadern?

 

Blutdruck:

Kontrolle bei jeder Vorsorgeuntersuchung

zu hoch?

Blutuntersuchungen:

teilweise nur beim ersten Termin, teilweise auch mehrmals

Hämoglobin- Wert ; Blutgruppe ; Rhesusfaktor ; Röteln-Antikörper ; Erbkrankheiten (z.B.Sichelzellenanämie) ; Geschlechtskrankheiten (z.B.Syphilis) ; Hepatitis auf Wunsch ; Toxoplasmose auf Wunsch ; HIV auf Wunsch

 

Urin:

Kontrolle bei jeder Vorsorgeuntersuchung

Eiweiß-, Zucker-, Nitrin-, und Blut-Werte im Urin ; Harnwegsinfektion? ; Diabetes?

 

Tastuntersuchung / Ermittlung der Baby-Herztöne:

Kontrolle bei jeder Vorsorgeuntersuchung

Lage der Gebärmutter / des Kindes ; Wachstum ; Herztöne ok? ; Gebärmutterhals ; Muttermund

 

Ultraschall:

3x während der Schwangerschaft als Kassenleistung

nur Empfehlung gemäß der Mutterschaftsrichtlinien, kein Muss

darf nur durch Arzt durchgeführt werden, nicht durch eine Hebamme

Wachstum & Entwicklung des Kindes ; Kopfumfang ; Lage ; Plazenta ; Fruchtwassermenge

Beratung:

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung

richtige Ernährung ; Sport ; Risiken ; Gewichtszunahme ; mögliche Beschwerden ; etc.

 

Pränataldiagnostik

Man unterscheidet zwischen nicht-invasiven ("nicht in den Körper eindringend") und invasiven ("in den Körper eindringend") Diagnoseverfahren.

Insgesamt können alle diese speziellen Untersuchungen zwar im individuellen Fall ohne Zweifel ratsam sein, aber sie sind nicht laut Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben oder empfohlen und müssen somit selbst bezahlt werden.

Außerdem sollte man vorher genau abwägen, ob man diese Verfahren wirklich in Anspruch nehmen möchte. Denn einerseits können sie den werdenden Eltern natürlich viel Sicherheit geben, ob es dem Kind wirklich gut geht und es sich "normal" entwickelt. Andererseits muss man damit rechnen, unter Umständen auch einen schlechten Befund zu erhalten. Das wiederum führt dann zu noch größerer Unsicherheit, wie man sich nun verhalten soll: Zieht man nun einen Schwangerschaftsabbruch in Betracht oder entscheidet man sich für ein vielleicht schwer behindertes Kind? Diese Fragen sollten sich die Eltern also bestenfalls schon stellen, bevor sie sich überhaupt entscheiden, auf die Pränataldiagnostik zurückzugreifen. Und sie sollten diese Punkte auch ausführlich mit dem Arzt besprechen.

 

  • nicht-invasive Diagnoseverfahren:

berechnen individuelles Risiko für Fehlbildungen

Berücksichtigung von Alter d. Schwangeren, Schwangerschaftsdauer, Befund d. Embryos

liefern keine endgültige Diagnose, nur ein statistisches Risiko

--> Gewissheit nur durch anschließende invasive Diagnoseverfahren

 

- Ultraschall: ca. 10./20./30. SSW

--> Mehrlingsschwangerschaft, Eileiterschwangerschaft, Fehlbildung, auffällige Herztöne, auffälliges Wachstum

--> für Mutter & Kind risikofrei

 

- Farbdopplersonographie:

--> Anatomie d. Herzens, Anatomie d. großen Blutgefäße

--> für Mutter & Kind risikofrei

 

- Nackentransparenzmessung: 12.-14. SSW

--> Wahrscheinlichkeitsberechnung für Trisomie 21 (Down-Syndrom) anhand einer Bestimmung der Flüssigkeitsansammlung im Nacken

--> für Mutter & Kind risikofrei

 

- Großes Organscreening: 20.-21. SSW

--> differenzierte Darstellung des Kindes, z.B. Angaben zu Hirnstrukturen, Herzstrukturen, Fußstellungen, möglichen Fehlbildungen in den Organen oder am Körperbau, etc.

--> für Mutter & Kind risikofrei

 

- Spezielle Bluttests:

--> ratsam falls Krankheit beim Baby vorliegt, Mutter über 35 J. alt ist, problematische Ultraschallergebnisse vorliegen, bei Mutter oder Vater eine Erbkrankheit vorliegt, bereits ein Kind mit Abnormität geboren wurde

--> für Mutter & Kind risikofrei

  •  a) Tripletest: 16.-18. SSW, Risikoeinschätzung für Down-Syndrom und offenen Rücken (Spina bifida)
  • b) Toxoplasmose-Test: Suche nach Antikörpern gegen Parasiten (aus Katzenkot, rohem Fleisch, etc)
  • c) Glukosebelastungstest: Feststellung von Diabetes
  • d) HIV-Test
  • e) Sichelzellentest: Feststellung einer Sichelzellenanämie

 

ergänzen die nicht-invasiven Verfahren, liefern sehr genaue Ergebnisse

 

- Chorionzottenbiopsie (Plazentauntersuchung): 11.-12. SSW

--> Zellentnahme aus der Plazenta durch die Bauchdecke mithilfe dünner Punktionsnadel

--> ratsam falls Schwangere älter als 35 J., bereits eine Schwangerschaft mit Chromosomenstörungen vorlag, eine familiäre Disposition besteht

--> äußerst geringes Risiko für das Kind

  • a) Chromosomenveränderungen und Erbkrankheiten
  • b) Stoffwechselstörungen
  • c) Immundefekte
  • d) Muskelerkrankungen
  • e) geschlechtsgebundene Krankheiten

 

- Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung): 14.-26. SSW

--> Fruchtwasserentnahme aus der Fruchtblase durch Bauchdecke und Gebärmutter mithilfe dünner Punktionsnadel

--> ratsam falls Schwangere älter als 35 J., bereits eine Schwangerschaft mit Chromosomenstörungen vorlag, eine familiäre Disporition besteht, ein Familienmitglied einen Neuraldefekt (z.B. Spina bifida) hat

--> äußerst geringes Risiko für das Kind

  • a) Chromosomenveränderungen und Erbkrankheiten
  • b) Stoffwechselstörungen
  • c) Immundefekte
  • d) Muskelerkrankungen
  • e) geschlechtsgebundene Krankheiten

 

- Chordozentese (Nabelschnurpunktion): ab 16. SSW

--> äußerst selten, nur bei unzureichender Information aus vorangegangener Amniozentese

--> Blutentnahme aus der Nabelschnur durch die Bauchdecke mithilfe einer Hohlnadel

--> äußerst geringes Risiko für das Kind

  • a) Infektionen oder Blutarmut
  • b) Auswirkungen einer Rhesus Inkompatibilität (Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter & Kind)

 

Der Mutterpass

Der Mutterpass ist ein "Gesundheitspass" für Mutter und Kind, der beim ersten Vorsorgetermin ausgehändigt wird. Hier wird ab sofort lückenlos der Schwangerschaftsverlauf dokumentiert - mit allen wichtigen Informationen für Ärzte und Hebammen. Daher sollte er ab jetzt immer bei sich getragen werden!

 

Mutterpass-Eintragungen:

 

- Blutgruppe + Rhesusfaktor

- Antikörpersuchtest: besteht Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter & Kind?

- Röteln-HAH-Test: besteht Immunität?

- Chlamydia trachomatis - Antigen aus der Zervix (Muttermund) --> Scheidenabstrich: Chlamydien-Infektion?

- LSR (Lues-Suchreaktion) Test: Syphilis?

- HBs - Antigen aus dem Serum: Hepatitis B-Infektion?

- weiterhin empfehlenswert, aber kein Muss: Toxoplasmose- und HIV-Test

 

--> Kaiserschnitte? (Sectio), Abtreibungen? (Abruptio), Fehlgeburten? (Abort)

 

- 1. Risiko-Katalog: 26 Fragen zur gesundheitlichen Vorgeschichte der Mutter

--> besondere Risiken für Schwangerschaft und Geburt absehbar?

 

- Einstufung als Risikoschwangerschaft : Ja oder Nein?

- 2. Risiko-Katalog: während der Schwangerschaft auftretende Probleme

- Terminbestimmung (gegebenenfalls ist spätere Korrektur nötig)

 

- Fundusstand: Gebärmuttergröße

- Kindslage: SL (Schädellage), BEL (Beckenend-/Steißlage), QL (Querlage)

- Herztöne: + bedeutet, dass Herztöne d. Kindes gefunden wurden

- Kindsbewegungen: + bedeutet, dass Bewegungen festgestellt wurden

- Ödeme / Varikosis: bei Wassereinlagerungen oder Krampfadern

- Gewicht: Kontrolle, in welchem Maße Zu-/Abnahme erfolgt

- RR syst. diast.: Blutdruckwerte

- HB (Ery): Hämoglobin-Wert im Blut --> Eisenmangel?

- Sediment: Urinwerte

- Vaginale Untersuchung: Muttermund + Gebärmutterhals

- Sonstige Befunde: z.B. PH-Wert der Scheide, etc.

 

- 1. Screening: 9.-12. SSW --> Alter, Geburtstermin, Mehrlinge?

- 2. Screening: 19.-22. SSW --> normale Entwicklung, Plazenta ok?

- 3. Screening: 29.-32. SSW --> Wachstum, innere Organe, Fruchtwasser?

 

==> Abkürzungen:

- FS: Fruchtsackdurchmesser

- SSL: Scheitel-Steiß-Länge

- BPD: Quer-Kopfdurchmesser (von Schläfe zu Schläfe)

- FOD: Längs-Kopfdurchmesser (von Stirn zu Hinterkopf)

- KU: Kopfumfang

- ATD: Quer-Bauchdurchmesser (von Seite zu Seite)

- APD: Längs-Bauchdurchmesser (von vorne nach hinten)

- AU: Bauchumfang

- FL: Oberschenkelknochen-Länge

- HL: Oberarmknochen-Länge

 

- Wie ist die Geburt verlaufen?

- Wie ist das Wochenbett verlaufen?

- Was haben die Kindes-Untersuchungen ergeben?

 

Mittwoch, den 29. April 2009 02:00 , in 2. - Was ist wichtig - Vorsorgeuntersuchungen


2.a) Hebammen

Vorsorge durch Hebamme

Jede Schwangere hat das Recht - entweder alternativ zum Arzt oder auch mit diesem im Wechsel - die Betreuung durch eine Hebamme in Anspruch zu nehmen.

Eine Betreuung im Wechsel hat dabei den ganz entscheidenden Vorteil, dass sich Erfahrungen und Wissen von Ärzten auf der einen, Hebammen auf der anderen Seite, ideal ergänzen.


  • Unterschiede/Gemeinsamkeiten der Vorsorgeuntersuchen durch Hebamme oder Arzt:

- die selben Parameter werden geprüft, nur das Vorgehen ist anders

- bei beiden werden alle vorgeschriebenen Routineuntersuchungen durchgeführt - inkl. Laboruntersuchungen

- Hebamme erfühlt das Kind eher durch Abtasten des Bauches und durch die vaginale Untersuchung

- Hebamme hört Herzschlag des Kindes über Hörrohr oder Dopton ab, CTG wird auch bei Bedarf genutzt

- Hebamme führt keinen Ultraschall durch

- Insgesamt "horcht" Hebamme eher in den Körper hinein, kann sich auf ihr Gefühl verlassen

- Arzt nutzt eher die technischen Geräte, verlässt sich auf deren Aussagekraft

- Arzt allein kann Ultraschall oder Pränataldiagnostik anwenden

- Untersuchung durch Hebamme in privater Atmosphäre: Hebammenpraxis oder bei Schwangeren zu Haus

- Untersuchung durch Arzt in Praxisräumen

 

  • Argumente für eine (ergänzende) Betreuung durch eine Hebamme:
- Zu jedem Zeitpunkt während der Schwangerschaft ist sie ideale Ansprechpartnerin - sowohl in physischen als auch emotionalen und psychischen Fragen!

 

- Sie ist unter Umständen auch als Beleghebamme tätig, d.h. sie wird auf Abruf zur Geburt bereit sein und die Schwangere in die Klinik ihrer Wahl zur Entbindung begleiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Frau muss sich im Krankenhaus nicht erst auf eine fremde Hebamme einstellen und die eigene Beleghebamme bleibt auch solang es eben dauert - unabhängig von Schichtwechseln und dergleichen. (Die Leistung an sich ist eine Kassenleistung - allerdings gilt dies nicht für die Rufbereitschaft! Die Kosten hierfür muss die Schwangere selbst tragen!)


- Bequeme Vorsorgeuntersuchungen sogar in den eigenen vier Wänden!

 

- Vielfältige Angebote an Geburtsvorbereitungskursen: "klassisch", Yoga, Bauchtanz, usw. Auch geburtsvorbereitende Akupunktur ist oft möglich.

- Auch nach der Geburt hat man eine kompetente Ansprechpartnerin an seiner Seite: Stillen, Babypflege, Rückbildung, usw.

 

- Im Wochenbett und bis zum Ende der Stillzeit besteht Anspruch auf regelmäßige Hebammenbesuche zu Hause!

- Sehr gute Kenntnisse in Naturheilkunde!

 

- Riesiger Erfahrungsschatz!

 

- Geben sehr hilfreiche Empfehlungen in Bezug auf Kinderärzte, Kliniken, Stillgruppen, PEKiP-Kurse usw.

- Selbstbewusstsein der Frauen und ihr Vertrauen in die ureigenen weiblichen Kräfte wird gestärkt.

 

  • Tipp:

So früh wie möglich Hebamme suchen !!!

Mittwoch, den 29. April 2009 03:36 , in 2. - Was ist wichtig - Hebammen


2.b) Größentabelle Embryo (rein statistische Werte !!!)

SSW

Gewicht (g)

mittel - min. - max.

 

 BPD (mm)

mittel - min. - max.

 

 

FL (mm)

mittel - min. - max.

 

AU (mm)

mittel - min. - max.

 

12   17-11-23 8-4-13  
13   21-15-27 11-6-16 75-59-92
14   25-19-31 14-9-18 88-72-104
15   29-23-35 17-12-21 100-82-117
16 146-121-171 32-26-38 20-15-24 115-98-131
17 181-150-212 36-30-42 23-18-27 124-100-147
18 223-185-261 39-33-45 25-21-30 133-115-152
19 273-227-319 43-37-49 29-24-33 147-134-160
20 331-75-387 6-40-52 31-26-36 159-139-179
21 398-331-467 50-44-56 34-29-38 167-147-187
22 478-398-559 53-47-59 36-35-44 190-175-205
23 568-471-665 56-50-62 39-35-44 190-175-205
24 670-556-784 59-53-65 42-37-46 202-171-231
25 785-652-918 62-56-68 44-40-49 206-191-221
26 913-758-1068 65-59-71 47-42-51 223-206-241
27 1055-876-1234 68-62-74 49-45-54 233-205-260
28 1210-1004-1416 71-65-77 52-47-56 246-216-275
29 1379-1145-1613 73-67-79 54-50-59 252-233-272
30 1559-1294-1824 76-70-82 56-52-61 256-229-284
31 1751-1453-2049 78-72-84 59-54-63 278-245-311
32 1953-1621-2285 81-75-87 61-56-65 283-256-310
33 2162-1794-2530 83-77-89 63-58-67 299-254-344
34 2377-1973-2781 85-79-91 65-60-69 302-277-326
35 2595-2154-3036 87-81-93 67-62-71 315-279-350
36 2813-2335-3291 89-83-95 68-64-73 322-285-358
37 3028-2513-3543 91-84-96 70-65-74 331-285-377
38 3236-2686-3786 92-86-98 71-67-76 336-302-371
39 3435-2851-4019 93-87-99 73-68-77 350-295-405
40 3619-3004-4234 94-88-100 74-70-79 366-328-404

Mittwoch, den 29. April 2009 22:57 , in 2. - Entwicklungsphasen - Größentabelle Embryo


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